Schulbus.NetRolf Diederichs im Interview mit ARD Magazin Brisant "Wie sicher sind Schulbusse" |
|
Kommentar Natürlich ist ein 3 Minuten Beitrag zu kurz um das Thema Schulbusse wirklich mal auf den Punkt zu bringen. Trotzdem war der Beitrag recht gut, obwohl einiges wichtige dabei nicht heraus kam. Ich habe daher unten meine etwas längere Meinung niedergeschrieben. - Rolf Diederichs
Wortgetreue Niederschrift des 3 Minuten Beitrags (rd)
(Sprecher: Herbert Spies) Schulbusse sind oft genauso schlecht wie ihr Ruf. Immer wieder kommt es auf dem Weg zum Unterricht zu Unfällen wie hier in Wesel am Niederrhein. 14 Kinder sind dabei verletzt worden. Immer mehr Eltern sind in Sorge. Laut Polizei ist jeder fünfte Schulbus im miserablen Zustand. Der ADAC nennt Gründe: (Jacqueline Grünewald vom ADAC) Die Schulbusse werden eingesetzt von Städten und Gemeinden und bekanntlich sind da die Kassen leer. Insofern wird da sehr häufig zum billigsten Anbieter gegriffene, der nicht unbedingt den besten Bus oder den besten Fahrer hat. (Herbert Spies) Der Bundesverband der Unfallkassen hat herausgefunden: Schulbusse sind rund 10.000 mal im Jahr in Unglücke verwickelt, nicht alle so schwerwiegend wie hier in Ostwestfalen. Eltern und Verkehrsexperten kritisieren oft: "es sind Schulbusse nicht ausreichend gekennzeichnet und auch die Ausstattung ist häufig mangelhaft". (Jacqueline Grünewald) Meistens sind die Schulbusse nicht auf die belange der Kinder abgestimmt, d.h. es gibt keine Kindersitze, es gibt keine Gurte, Schlaufen und Halterungssysteme sind viel zu hoch angebracht, und das wesentliche dabei, dass es nicht für jedes Kind einen Sitzplatz gibt. (Herbert Spies) Rolf Diederichs selbst Vater von zwei Kindern ist entsetzt. Er hat die bundesweite Elterninitiative sicher Schülerbeförderung gegründet. Auf ihrer Internetseite haben die Mütter und Väter selbst gemachte Fotos von Schulbuspannen veröffentlicht. Besonders schlimm, so der Vater, seien die Zustände auf dem Lande, wo offenbar uralte Reisebusse eingesetzt werden. (Rolf Diederichs) Da berichten unsere Kinder, dass der Fahrer sogar Bierkästen hinter seinem Sitz hat, und sie haben Angst so wie der manchmal in den Kurven rum fährt. Da fahren sie 30 km bis zur Regionalen Schule, drei mal bergauf und runter, und da machen wir uns als Eltern sorgen. (Herbert Spies) Es ist erwiesen, der Aufenthalt im Schulbus ist am gefährlichsten. Es ist meist eng, viel Kinder stehen ungesicherte und sind oft unaufmerksam. Bei einer Vollbremsung kommt es schnell zu Verletzungen. Risikofaktor Nummer 2 der oft mangelhafte technische Zustand der Schulbusse.
(Herbert Spies) Gerade im Winter sei das lebensgefährlich meinen die Eltern. Sie fordern eine bessere technische Wartung der Fahrzeuge und mehr spontane Kontrollen der Polizei, nur so sei die Sicherheit von Schulkindern in Bussen zu verbessern. (rd)
Bericht: Herber Spies
Ausführliche Aussage von Rolf Diederichs Besonders im Jahr wo viele Politiker mit dem Finger auf die Reisebusse zeigen, versuchte die Elterninitiative deutlich zu machen, dass im Schulbusverkehr noch viel mehr Handlungsbedarf besteht. Besonders hier fahren Busse von Sub-Unternehmern im ländlichen Bereich, quasi versteckt, mit Fahrzeugen, die schon längst keinem Fahrgast für eine Kaffeefahrt mehr zumutbar sind.
Beispielweise der vom Verkehrsministerium herausgegebene Anforderungskatalog für Busse die überwiegend zur Schülerbeförderung eingesetzt werden, ist nur eine Kann-Vorschrift. Kreisverwaltung wenden diesen so gut wie nie an - aus Kostengründen wurde vom Bildungsministerium RLP uns schriftlich mitgeteilt. Insbesondere da heute Schüler überwiegend im ÖPNV befördert werden, ist solch ein gut gemeinter Anforderungskatalog praktisch hinfällig geworden.
Bleibt praktisch nur noch die BoKraft (Verordnung für Fahrzeuge und Unternehmen in der Personenbeförderung) als gesetzliche Grundlage. Aber auch hier geht es absolut schwammig zu. Obwohl laut Grundregel §2 "besondere Verantwortung und Sicherheit in der Beförderung" gesprochen wird, setzt die Verordnung es explizit nicht um. In § 17 heißt es dann lediglich "die Fahrzeuge müssen mindestens 2 Achsen und 4 Räder haben".
Insbesondere wenn mit Sub-Unternehmen, praktisch im Dunklen, fern der Öffentlichkeit, gefahren wird. Alte Reisebusse und ausrangierte Linienbusse.
Fahrzeugtechnik:
Fahrer:
Qualitätsmanagement und Beschwerdesystem:
Politik: |