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| Familien schließen Sicherheitslücken in der Schülerbeförderung von Rolf Diederichs, 5.12.2004 Es ist nicht anders als ein Skandal zu bezeichnen wenn das Leben von Schulkindern durch die Trägheit der Kreisverwaltung und andere Dienststellen aufs Spiel gesetzt wird. Wenn dann sogar Kindern von nur zahlungsfähigen Eltern die besten Überlebenschancen eingeräumt werden, hört jedes Verständnis für die Politik des Landrats Berg-Winters und seinen Parteigenossen auf, aber auch die Opposition in diesem Landkreis schaut schweigend oder nur mit Lippenbekenntnissen zu. Was Eltern durch ihre Initiative nun erreichten ist allerdings nur ein Teil der Wegstrecke, wobei der nötige Rest wieder mal am politischen Willen scheitert.
Da die Familie mit großer Landwirtschaft wirtschaftlich vergleichbar gut gestellt ist, war sie in der Lage alle Mittel selbst zuzusteuern und organisierten die Verlegung in Eigenregie. Zum Glück kannte der Vater persönlich den Inhaber eines Straßenbaubetriebes dieser Region und der wiederum die Straßenmeisterei in Kruft gut. Mit nur 1500,- Euro konnte erstaunliches geleistet werden: Zwei Schilder abbauen und wieder aufstellen, auskoffern der beiden Busbuchten, einbringen und verdichten des Unterbaus. Den Teer für die Bushaltbuchten stellte die Straßenmeisterei aus Restbestände anderer Baustellen kostenlos zur Verfügung. In nur zwei Monaten seit "Antragsstellung" wurde die gesamte Aktion erfolgreich abgeschlossen. Für andere Familien dieser Region verläuft so etwas häufig nicht ganz so glücklich. Denn wer gefährliche Haltestelle für Schulkinder meldet oder verlegen lassen wollte, bekommt sie teilweise ganz gestrichen oder zumindest angedroht wenn er nicht endlich ruhe geben würde.
Vorerst sind die Anwohner mehr oder weniger gezwungen sich mit der jetzigen Lösung abzufinden. Man ist ja überhaupt froh das schlimmste verhindert zu haben. Dabei ist es offensichtlich wie gefählich die jetzige Situation immer noch ist. Auf der B 258 darf an dieser Stelle 100 km/h gefahren, was im Bereich einer Bushaltestelle einem schon sehr fragwürdig erscheint. Aber Hermann Peters schildert noch dramatischeres: das ist hier die reinste Rennstrecke, von der Polizei wurde schon jemand mit 180 km/h gemessen. Ferner gibt es hier ständig Unfälle, auch in der Abbiegung zur L 120. Der Emmingerhof mit 5 Haushalten hat sich zu einer kinderreichen Oase im Grünen mit 9 heranwachsenden Kindern entwickelt. Aber nicht nur vom Emmingerhof werden bald noch mehr Kinder mit dem Bus zur Schule müssen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite 300 Meter entlang der L 120 liegt Alsingerhöfe. Hier wohnen weitere 4 Kinder. Ein beachtliches Potential für unsere Renten in diesem sonst kinderarmen Land! Aber die Kinder von Alsingerhöfe unterliegen einer noch weiteren Gefahr, denn sie müssen bis zur Bushaltestelle ohne Fußweg und im Dunklen etwas 500 Meter entlang der L 120 zur Bushaltestelle gehen. Die Gefahr der Überquerung kommt dann noch hinzu. Eine Auskunft von Ingolf Ulmen, der Straßenverkehrsbehörde im Kreis Mayen-Koblenz, im Auftrag Albert Berg-Winters war so undurchsichtig geschrieben, dass so gut wie keine Klarheit eingebracht wurde. Ulmen schrieb: "Sofern durch die jeweilige Straßenverkehrsbehörde eine entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung ergangen ist, werden die Bushaltestellen durch den für den für die jeweilige zuständige Straßenbaulastträger in Zusammenarbeit mit dem Beförderungsunternehmen errichtet bzw. entsprechend baulich verändert. Straßenbaulastträger sind bei Landesstraßen das Land und bei Bundesstraßen der Bund." Er sagt nicht wer die verkehrsrechtliche Anordnung gibt, bzw. verschweigt, dass er bzw. Landrat Berg-Winters praktisch den Ball ins Rollen bringen muss. Er sagt auch nicht was eine bauliche Veränderung darstellt: ein Haltestellenschild im Matsch im Straßengraben aufstellen !? Denn wie hier an der alten Haltestelle und auch anderen in MYK, wird außer einem Haltestellenschild nichts weiter angeordnet, und sogar ein Schild an machen Stellen gar nicht. Ulmen schreibt weiter, dass die gleiche Zuständigkeit auch für Themen wie Beleuchtung, Fußweg und Kreisel gilt. Weiter schreibt Ulmen, dass Warnhinweise und Tempolimits seine Behörde, der LSV sowie die Polizei erörtern und bei Bedarf umsetzen. Papierfüllende Darstellungen mit 1x1 von Behördenzuständigkeiten können zwar manchmal brauchbar sein, bringen aber ohne jeglichen Bezug zum Ort kein Schulkind wirklich weiter. So sehen wir nach 4 Monaten immer noch die Situation unveränderte vor und ebenso haben die Anwohner bisher auch keine Hoffnung mitgeteilt bekommen, dass irgendetwas in nächster oder ferner Zukunft geplant sei.
Auch Ochtendungs Ortsbürgermeister Theisen hatten wir vor 4 Monaten Vorschläge unterbreitet und gefragt, was er für seine außerhalb wohnenden Bürger tun könnte oder versuchen würde zu erreichen. Mittlerweile erhielten wir die knappe Antwort: Wir haben den Anwohnern ein Bushäuschen angeboten zu deren Finanzierung sogar Spenden in Aussicht gestellt worden waren. Von Hermann Peters erhielt Schulbus.Net jedoch folgende Auskunft: "man hätte gerne von mir die Bushäuschen gespendet bekommen, hätte ich auch gemacht, aber ich sah nicht ein tausende von Euros auszugeben wenn damit die Sicherheit ohnehin nicht erhöht worden wäre. Ich hätte weiterhin täglich mit dem Auto zur Haltestelle hinfahren müssen um meine Tochter sicher über die Straße zu bringen." Diese Sicherheitslücke schließen auch täglich die gegenüber wohnende Familie Koch vom Alsingerhöfe. Die Mutter von zwei Kindern gelingt es mit viel Stress neben ihrer Arbeit morgens den 10-jährigen Sohn Tristan um 7 Uhr mit dem PKW zur Haltestelle zu fahren und dort auch Mittags so wie Peters wieder abzuholen. Da kann man nur hoffen es entsteht keine Verzögerung oder sonstige Notlage, die den Jungen in dieser Situation mal alleine lässt. Die Mutter hatte auch schon trotz ihrer Anwesenheit beobachtet wie schnell ihrem Jungen hier bald ein Unfall passiert wäre, "Siehst du wie du hier aufpassen musst", hatte sie ihn draufhin ermahnte. Es ist fragwürdig warum Behörden nur zwei Kilometer weiter, als sie den Kreisel Trimbs bauten, aus welchem Grund auch immer zwei edle Bushäuschen dort errichten ließen, ohne das je an dieser Stelle Bedarf bestand. Dagegen liegt eine von Schulkindern regelmäßig benutzte Haltestelle nur etwa 200 Meter weiter am Abzweig Welling - allerdings diese nur notdürftig eingerichtet! Wurde am Kreisel Anlagen des ÖPNV demonstriert nur weil es mal vom Bund für die B 258 Unterhaltung Geld gab? Welches unbedingt verprasst werden musste? Auch an der Zufahrt SITA-Wagner am Gewerbegebiet zwischen Ochtendung und Bassenheim verziert eine Planung offensichtlich am Bedarf vorbei die Landschaft. Und ob in der Zwischenzeit für die Kinder in Bassenheim 2 KM weiter etwas gemacht wurde, wird Schulbus.Net auch noch weiterverfolgen.
Am Rande hat die Ortsgemeinde Ochtendung z.z. einen Kreisel am Ortseingang vor dem Gewerbegebiet und Einkaufszentrum in Planung. Schaut mittlerweile der Gemeinderat kritischer hin? Denn er akzeptiert nicht den Vorschlag des Planungsbüros den Kreisel gleichzeitig mit Fußgängerüberwegen zu bauen. Wem sollen die FGÜ nützen? Den Feldhasen am Dorfeingang? Dagegen wird ein FGÜ einige Hundert Meter weiter für dringender erforderlich gehalten, aber werden dort die erforderlichen Verkehrszahlen für die Genehmigung eines FGÜs erreicht werden?
Wird der Bürgermeister und der Gemeinderat sich vielleicht jetzt doch auch für eine Lösung bei Emmingerhof/Ahnsigerhöfe einsetzen? Endlich mal die Kreisverwaltung das Landesamt Straßen und Verkehr zusammen mit der Polizei zum handeln bringen?
und für die Kinder der Alsingerhöfe:
SPD, CDU und FWG Kreispolitiker wurden über diese skandalösen Vorgänge am Brennpunkt Emmingerhof/Alsingerhöfe informiert, aber ohne sich bisher mit Vorschlägen oder Willenskundgebungen in irgendeiner Form zu Wort gemeldete zu haben. Dies ist nur ein Paradebeispiel im Kreis Mayen-Koblenz bei denen die für Verkehrssicherheit zuständigen "Behörden/Fachstellen" untätig zuschauen bzw. stillschweigend auf aufmerksame Eltern hoffen. Sind unsere Beauftragten im Gemeinderat oder Kreistag mit wichtigeren Dingen als für die Sicherheit für Kinder auf dem Schulweg beschäftigt? Haben Kommunal-Politiker/innen für ihre Karriere in Koblenz, Mainz oder Berlin mehr zu tun als hier vor Ort?
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