Reisebus ohne Gurte von Eltern abgewiesen
Um einen Tag verschob sich die Fahrt in die Toskana
von Rolf Diederichs, 27.6.2005
Den folgenden Bericht verdanken wir einer engagierten Mutter. Sie und der Name der Schule sollte dabei nicht genannt werden, obwohl das konsequente Verhalten sicherlich als lobenswertes Beispiel gestanden hätte. Sicherlich ist noch zu bedenken, dass hier wieder eine Fahrt auf den späten Abend angetreten wurde, um einen Tag zu gewinnen oder eine Übernachtung zu sparen. Dieses Vorgehen bezeichnen sogar Busfahrer als leichtsinnig, da sie auch einem Schlafrhythmus wie bei jedem anderen Menschen unterliegen.
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Anfang Juni 2005 wollte eine Schulklasse aus Rheinland-Pfalz in die Toskana fahren.
Die Fahrt war seit letztem Jahr geplant. Von Bekannten wurde ein Reisevermittler aus Berlin empfohlen.
Da den Eltern die Sicherheit des Reisebusses sehr wichtig war, wurde mit diesem Reisevermittler schriftlich vereinbart, dass nur ein Bus ab Baujahr 1998 genommen wird (damit sicher Gurte im Bus vorhanden sind). Mündlich wurde vereinbart, dass zwei Busfahrer den Bus fahren.
Als dann der Bus am Abreise-Tag ankam, großer Schreck: Es war nur ein Bus mit 33 Sitzen und viel zu wenig
Platz für das Gepäck (Essen und Bettwäsche mussten für die Anlage in der Toskana mitgenommen werden).
Im Bus waren keine Gurte, der Fahrer war offensichtlich kein Berufsfahrer, er wollte nämlich die ca. 10 über-
zähligen Reisetaschen und Koffer auf der Rückbank stapeln (!). Auf unser Nachfragen nach dem zweiten Fahrer
erklärte er uns, dieser würde in Baden-Baden einsteigen und dann weiterfahren, er selbst würde dort aus-
steigen. So kann man die Bedingung "zwei Fahrer" anscheinend auch auslegen....
Weiter erzählte er uns, dass die Reisefirma aus Berlin die Anlage in der Toskana gebucht habe und den Bus-
teil der Reise ins Internet gestellt habe. Sein eigenes Busunternehmen habe dann wegen dem billigsten Angebot
den Zuschlag erhalten. Wegen diesen offensichtlichen Sicherheitsmängeln verweigerten die Eltern die Mitfahrt der Schüler
und der Bus musste wieder abfahren. Der Busfahrer vergaß seine Reisetasche, warum hatte er eine dabei gehabt?
Nach vielen Verhandlungen und großem Einsatz der Lehrer und einem Vater wurde es tatsächlich möglich gemacht,
dass am nächsten Abend ein Reisebus mit zwei Berufsfahrern eines ortsansässigen Busunternehmens losfuhr.
Es wurde doch noch eine schöne Reise!
Weitere Informationen:
- Regionale Schule Nachtsheim weiterhin Gurtmuffel 8.06.2005 Mayen (rd)
Ein jüngster Bericht mit vielen weiteren Hinweisen und Links.
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