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Drei Tote bei Schulbusunfall
Welche Reifen? Wer begegnete wem?
Wir werden es wahrscheinlich nie richtig erfahren

Rolf Diederichs, 9.2.2006

9.2.2006 - Coppenbrügge, Kreis Hameln-Pyrmont


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ARD 12:00 Tageschau

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ARD 12:00 Tageschau
Der Unfall ereignete sich gegen 8.00 Uhr am Ortsausgang von Coppenbrügge. Nach Angaben der Polizei hat ein Laster auf glatter Straße, leicht bergab, in einer langgezogenen Kurve, den Bus seitlich gerammt. Der Bus wurde von hinter der Fahrerkabine bis zum Ende seitlich aufgeschlitzt, berichtet ein ARD Sprecher von vor Ort. Fernsehteams werden zur Zeit nicht an den Unfall rangelassen. Der mit Schulkindern und anderen Fahrgästen besetzte Bus war auf der B1 auf dem Weg nach Hameln.

Es wird die LKW Branche sicher stark treffen, werden die Reifen ehrlich dargestellt werden?
Hat die Busbranche noch mal Glück gehabt?
War es ein Begegnungsunfall mit Teilschuld des Busses?
Wir werden es wahrscheinlich nie richtig erfahren.

Wir werden an dieser Stelle über weitere Erkenntisse zu dem Unfall berichten, sowohl zu den wahscheinlich nun folgenden Diskussionen der Bereifung, Sommerreifen oder Ganzjahresreifen, von LKW und Bussen.

Aktualisiert: 9.2.2006 - 16:30
Originaltext: Polizei Hameln
POL-HM: Schwerer Verkehrsunfall fordert 3 Todesopfer und mehrere Verletzte

09.02.2006 - 15:44 Uhr Hameln (ots) - (Coppenbrügge)
Am Donnerstag, 09. Februar 2006, gegen 8 Uhr, ereignete sich auf der Bundesstraße 1 ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem 3 Personen getötet, 2 Personen schwer und 8 Personen leichtverletzt wurden.
Kurz vor der Ortschaft Coppenbrügge war nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei in einer langgezogenen Rechtskurve ein Sattelzug vermutlich auf Grund nicht angepasster Geschwindigkeit bei Schneeglätte ins Rutschen geraten.
Das Fahrzeug geriet in den Gegenverkehr und kollidierte dort mit einem Linienbus, der von Coppenbrügge in Richtung Hameln unterwegs war. Nach dem Zusammenprall wurde der Omnibus auf der linken Fahrzeugseite, beginnend hinter dem Fahrersitz bis zum Fahrzeugheck, aufgerissen.
Bei den getöteten Personen handelt es sich um einen 18-jährigen Schüler aus Salzhemmendorf, eine 14-Jährige und eine 17-Jährige, beide aus Coppenbrügge, die alle weiterbildende Schulen in Hameln besuchen wollten.
Bei den Schwerverletzten handelt es um einen 86-Jährigen aus Salzhemmendorf, der mit einem Hubschrauber in das Klinikum Bielefeld, und eine 29-Jährige aus Salzhemmendorf, die durch die Luftrettung in die Medizinische Hochschule nach Hannover geflogen wurden. Der Zustand der Schwerverletzten ist nach den Angaben des vor Ort eingesetzten Leitenden Notarztes als "lebensbedrohlich" zu bezeichnen.
Acht Personen wurden leicht verletzt, darunter die beiden Fahrzeugführer (Sattelzugführer 48 Jahre alt, Busfahrer 54 Jahre alt), die beide einen Schock erlitten. Alle Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser verbracht.
Darüber hinaus wurden zwei -wie sich später herausstellte- unverletzte Personen vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert.
Zum Zeitpunkt des Unfall setzte heftiger Schneefall bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ein.
Die Staatsanwaltschaft Hannover ordnete die Untersuchung der beteiligten Fahrzeuge an und schaltete einen Gutachter ein. Die Polizei beschlagnahmte die unfallbeteiligten Fahrzeuge (Sattelzug und Omnibus).

Die Bundesstraße 1 war über einen Zeitraum von mehr als 6 Stunden gesperrt. Der Verkehr wurde örtlich umgeleitet.
Am Einsatzort waren über 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eingesetzt.
Die Polizei schaltete ein Bürgertelefon, bei dem mehr als 80 Bürgeranrufe eingingen.
Daneben wurden durch die Polizei Seelsorger um Unterstützung bei der Benachrichtigung der Angehörigen der Opfer gebeten.
Auf Grund der schweren Unfallfolgen gestaltete sich die Identifizierung der getöteten Personen äußerst schwierig. Originaltext: Polizei Hameln

Die weitere Auskunft des Pressesprechers:
Die DEKRA übernimmt die genaue Unfalluntersuchung. Es wurden auch die Reifen fotografiert und die Profiltiefen gemessen.
Für weitere Auskünfte ist jetzt die Staatsanwaltschaft zuständig.

Neueste Medlung des NDR 1 Niedersachsen, 09.02.2006
Ermittler stellen Fahrzeuge sicher. Die Suche nach der Unfallursache hat begonnen.
NDR Niedersachsen
Auch gegen den Streudienst werden Vorwürfe erhoben.

Schulbus.Net ist weiterhin sehr skeptisch darüber, wenn nun erste Meldungen offensichtlich dem LKW Fahrer die Schuld zuschieben. Der Polizeisprecher sagte in der ARD Tageschau: "im Fokus der Unfallforschung wird sein: Die Fahrbahnglätte, die Verhaltensweise des Fahrers, die Beschaffenheit der beiden Fahrzeuge."
Wenn man die Bilder bzw. Fernsehaufnahmen der Unfallstelle genauer ansieht, so lassen diese aber auch ein anderes Szenarium zu. Die Fahrzeuge kollidierten in der Kurve, der Bus fuhr Außen.


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Ein Bus schneidet auf der B258 die Kurve - kein Einzelfall !
Der Bus kann die Kurve leicht geschnitten haben, selbst wenn er mit den Vorderrädern noch in der Spur ist, würde mindestens das Heck in die andere Straßenseite reinragen. Das kann natürlich auch bei dem LKW passiert sein, also hier können beide Fahrer Schuld tragen.
Lange Fahrzeuge scheren mit dem Heck immer aus, sie schneiden dabei tangential die Mittellinie. Jeder der mal hinter einem Bus herfährt und darauf achtet, kann das genau beobachten. Das hat wahrscheinlich auch die meisten Folgen bzw. Toten und Verletzten im hinteren Bereich des Busses verursacht. Man sollte auch GENAU nach den Reifen rundum beider Fahrzeuge fragen. Ob und wer überhaupt geschliddert ist? Bei Begegnungsunfällen ist das nicht immer einwandfrei festzustellen.

Derjenige der noch korrigieren wollte kann dem Anschein nach der Unfallverursacher sein, muss es aber nicht. Also Schulbus.Net hält es für eine zu frühe Schuldzuweisung, aber das bleibt leider dann in den Köpfen aller hängen, spätere Ergebnisse werden dann meist nicht öffentlich bekannt, und ob überhaupt der Staatsanwalt oder die DEKRA etwas anderes ermittelt? Hier geht es immerhin um die Schülerbeförderung und eine Omnibusbranche.

Aktualisiert: 9.2.2006 - 18:55

18:00 in NDR Regional
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Wo ist hier die Fahrerkabine beschädigt?Die Berührung fing wahrscheinlich erst in der Mitte an Die LKW-Kabine ist beschädigt aber nicht die Bus-Kabine
Der Sprecher: "Vom Fahrersitz bis zum Heck ist der Bus aufgerissen".
Schulbus.Net: Wo sind hier Beschädigungen an der Fahrerkabine zu erkennen?
Rutschte nicht eher der Bus mit der seiner Breitseite in der Kurve in den LKW rein?
Sprecher: "Der Busfahrer soll seinem Chef gesagt haben, dass der LKW auf ihn zu kam und er immer weiter nach rechts rutschen musste. Also es spricht viel für Glätte, aber man weis er eben noch nicht."
Schulbus.Net: Wie kann in Anbetracht der Lage der Beschädigungen, der LKW auf den Bus zugekommen sein? Schon am frühen Morgen kursierte in den Medien "Auf glatter Fahrbahn sei ein entgegengekommener Lastwagen ins Schleudern geraten und in den Gegenverkehr gerast." So kann es sich wohl nicht zugetragen haben.

Aktualisiert: 9.2.2006 - 21:00
19:00 ZDF Heute, 20:00 Tageschau - Nur noch ein Bus, kaum noch die Rede wert
Die Kurve wurde als bekannt gefährlich geschildert, mit Warnungen und Tempo 50 gekennzeichnet. Dafür blieben den Nachrichtensprechern nur noch Sekunden am Ende der Sendung. Auch war es in der Rede nur noch ein Bus, keine Worte von Schülern auf dem Weg zur Schule. Alle Schüler wurden dann als Jugendliche bezeichnet, sogar das bei dem Unfall getötete 14-jährige Mädchen. Und die Schuld wurde, ohne Einschränkungen zu machen, auf den LKW-Fahrer geschoben. Wieder hat es Politik und Lobby geschafft "Schulbusse" aus den Schlagzeilen zu raus zu halten.

Quellen:

Weitere Informationen:
  • Rechtliche Folgen nach Toten und Schwerstverletzten bei Schulbusunfällen auf Sommerreifen.
    Über die Klärung und Nicht-Klärung von Reifen und deren Unfallursachen.
    13.12.2004 Deutschland (rd)
  • Schulbusunfall forderte 2 Tote - Schuldfrage noch ungeklärt
    6.2.2005 Westerwaldkreis/Koblenz (rd)
  • in Kürze mehr .............


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