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Polizei fand Schülerbeförderung wieder mit schwerwiegenden Mängeln - Schleudersitz?
Die Beamten reagierten diesmal auf extreme Mängel im Innenbereich bei diesem Bus der Fa. Dott

Von Rolf Diederichs, Kirchwald, 3 Juli 2003.

Probleme beim passiven Schutz

Kontrolle an MYK-C-9796
Kontrolle an MYK-C-9796

Mayen 1. July 2003 12:30
Über diesen Bus hatten wir u.A. schon im Bericht "Der Schein trügt" vom 12.6. berichtet. Da das LSV uns mitteilte, dass eine Reaktion auf solche Fälle zeitnah nicht möglich sei, bzw. 3 Monate benötigen könnte, blieb uns keine andere Wahl als den Mängelbehafteten Bus bei der Polizei anzuzeigen. Am 1.7. 12:00 fand sich die Gelegenheit den Bus jetzt noch mal offiziell von der Polizei unter die Lupe nehmen zu lassen, wobei noch weitere gravierende Mängel entdeckt wurden. Das Extremste war eine vollkommen lose aufliegende Sitzbank, die wie ein Schleudersitz wirken konnte, oder anderen Punkte die im ungünstigen Moment ebenso erhebliche Verletzungen hervorrufen können.

Während wir auf die Polizei warteten hatte uns schon der Inhaber der Fa. Dott vom Büro gegenüber bemerkt und fragte uns ungläubig was denn überhaupt zu bemängeln sei. Nachdem wir ihn auf einige Punkte hingewiesen hatten, kam die prompte Reaktion "muss erst gestern entstanden sein". Nachdem wir ihn jedoch aufklärten den Bus schon vor einigen Wochen protokolliert zu haben, wurde er nachdenklich. Seine weitere Entschuldigung "ist doch ein Linienbus", entkräftigten wir mit dem Hinweise "wird doch überwiegend zur Schülerbeförderung eingesetzt".

Polizeihauptmeister Rainer Hennen und Kollege trafen ein und während sie den Bus inspizierten konnten wir an ihrem Verhalten und Gebärden die Rechtmäßigkeit unserer beobachteten Mängel bestätigt sehen. Es wurde versucht durch notdürftige Reparaturen den Bus wenigstens noch für eine einzige Schülerfahrt ertüchtigt zu bekommen. Schließlich hörten wir den Vorschlag "wir werden den hinteren Bereich absperren". Es wurde versucht durch notdürftige Reparaturen den Bus wenigstens noch für eine einzige Schülerfahrt ertüchtigt zu bekommen. Schließlich hörten wir den Vorschlag "wir werden den hinteren Bereich absperren", anders geht's kurzfristig nicht.

Hauptsächlich fielen uns folgende Mängel auf:
    1. Verletzungsgefahr durch Defekte im Innenraum welche mit oder ohne Unfall besonders tragisch wirken können:
      • Stift des fehlenden Kopfschutzpolsters am Sitz (Bild)
      • Spitze Befestigungen der fehlenden Rückenpolsterschale (Bild)
      • Lose Sitzbank wie ein aufgelegtes "Sitzkissen" (Schleudersitz)(Bild)
      • Zwei scharfkantige Halterungen der fehlenden Fahrkartenentwertungsautomaten (Bild)
      • Abgerissene Gummischutzleiste verursachte scharfkantige Stufenkante und wirkte mit hochklappenden Linoleumbelag als Stolperkante.(Bild)
    2. Sicherheitspakete wie z.B. Nothämmer fehlen.(Bild)
    3. Ein zusätzlicher rechter Außenspiegel in der Schülerbeförderung fehlt! (Bild)

Nachgefragt bei den Beamten über was nun oder was wurde exakt alles aufgenommen bekamen wir die Antwort: "Man dürfte uns keine Details der Kontrolle mitteilen". Mit anderen Worten, wir als Eltern haben keine Rechte über diese Interna der Schülerbeförderung zu erfahren. Wir hoffen das wesentlichste haben wir durch unsere Beobachtungen richtig erkannt (so ist der Rechtsstaat). Es bleibt abzuwarten ob wie im Falle "Reifen" vor 2 Wochen die Anwälte des Omnibusbetrieb Welter uns geschrieben haben, nun auch der Busunternehmer Dott drohen wird.

Ferner gaben die Polizeibeamten zu, in der kürze der Zeit nicht alles kontrollieren zu können. Ebenso natürlich nicht versteckte Mängel. Daher empfehlen wir besonders dem Schulträger sowie dem Träger des Verkehrsverbundes (Kreis Koblenz und Verbandsgemeinde Vordereifel) den Bus vom Überwachungsverein noch mal einer gründlichen Kontrolle zu unterziehen, bei der aber der Bus insbesondere für den überwiegenden Einsatz in die Schülerbeförderung abgenommen wird.
In dem Zusammenhang möchten wir hier auf die folgende aktuelle Meldung hinweisen:
2. Juli 03 Marbach: Schüler auf Klassenfahrt mit Bus verunglückt
Der ACE warf Kommunen und Landkreisen vor, in ihrer Funktion als Schulträger ihre Aufsichtspflichten für die Sicherheit in Schulbussen zu vernachlässigen. Zudem seien die behördlichen Richtlinien zur Schülerbeförderung schwammig.

BÜRGER und POLIZEI - wir brauchen uns
Rückseite der Visitenkarte des Polizeihauptmeisters

Einige Mängel im Bild festgehalten

Anstelle der Rückenlehne scharfe Befestigungsschrauben

Polster liegt nur lose auf - Schleudersitz?

Scharfkantige Halterungen von fehlenden Entwertern

Unfallgefahr an defekter Stufe

Wo ist der zweite Außenspiegel?

Von Außen für Werbung schick gemacht

Verletzungsgefahr an defekten Sitzen.

Kopfgeld anstatt Nothämmer wieder zu ersetzen


Schriftverkehr zu diesem Thema:
"Der Schein trügt" vom 12.6. berichtet
Polizeikontrolle "Reifen" am 12.6. berichtet
An LSV: Mängelanzeige von Schulbussen/Schülerbeförderung

Auswahl von Links zu diesem Thema:
Mit dem Bus zur Schule
Siehe darin besonders den Anforderungskatalog für Kraftomnibusse und Kleinbusse, die zur Beförderung von Schülern und Kindergartenkindern besonders eingesetzt werden
Vom TÜV geprüft und trotzdem schwere Mängel
StVZO, BOKraft - Anforderungskatalog für Kraftomnibusse und Kleinbusse
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) Stand: 18. Dezember 2002
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